„Polizeischutz" für Sauhaufen
Technisches Hilfswerk und Polizei fuhren voraus, der „Sauhaufen" und seine Gäste
hinterher. Unter Beteiligung von 730 Maschinen führte der Ebersberger Club gestern in Halbing wieder seine Motor- radweihe durch. Die Andacht hielt Pater Günter Reizi. Der Korso zur Kugler Alm wollte im Anschluss gar kein Ende nehmen. Foto: S. Roßmann

 


Gebet in Lederkluft: Hunderte von Motorradfahrern kamen gestern zur Weihe nach Halbing. Foto: S. Roßmann

Motorrad und Nächstenliebe
Weihe bei Halbing wieder Anziehungspunkt
VON ROBERT LANGER
Halbing - „Motorradfahrer sind die besseren Liebhaber." Das sagte Pater Günter Reizi gestern bei der traditionellen Motorradweihe des Ebersberger Sauhaufens vor der Kapelle in Halbing. Reizi machte das Thema Nächstenliebe zum Kernpunkt seiner Predigt.
Rund 730 Motorräder, Gespanne und Trikes rollten gestern an der kleinen Kapelle von Halbing vorbei. In einem langem Zug ging es dann Richtung Oberndorf. Die Motorradweihe fand in diesem Jahr bereits zum 15. Mal in direkter Reihenfolge statt. Und auch diesmal hatten die Veranstalter Glück mit dem Wetter. Abgesehen von ein
paar Tropfen aus dunklen
Wolken blieb es trocken.

Gleich zu Beginn begrüßte Bürgermeister Walter Brilmayer die Gäste am „schönsten Fleck von Ebersberg". Brilmayer wünschte sich, dass das Wetter schön bleibe. Geregnet habe es schließlich schon während der Nacht, so der Rathauschef. „Typisch Politiker, die wünschen sich
immer etwas", kommentierte daraufhin Pater Günter Reizi, der ebenfalls mit dem Motorrad angereist war. Zum Wetter meinte er zuversichtlich: „Das einzige Wasser, das euch heute trifft, bekommt ihr von mir.".
Motorradfahren habe viel mit Fingerspitzengefühl und Ausgleich, also auch mit Nächstenliebe zu tun, so Reizi in seiner Predigt. Die Freude am


Im Konvoi rollten die Maschinen über die Straßen östlich von Ebersberg. Foto: S. Roßmann

zurück

Motorradfahren komme zudem aus dem Inneren des Menschen. Mit dieser Freude solle man auch mit den Mitmenschen umgehen. ..Wir müssen aber auch alle lernen, mit uns selbst umzugehen", so der Pater. Das sei die Basis, um zum Guten und zum Bösen in einem selbst Ja sagen zu können. Wenn das bei jedem so wäre, dann gebe es weniger Kriege und weniger Kampf um das Geld. „Wir wollen Gott bitten, uns Menschen werden zu lassen, damit wir alle leben können."
Anschließend rollten die Maschinen vorbei. Ein kleiner Blumenstrauß war an den Lenkern festgebunden. Unter den herausgeputzten Motorrädern waren auch einige Oldtimer zu sehen. Nach der Weihe trafen sich die Biker in der Kugler Alm zum gemütlichem Beisammensein.