In langen Reihen warteten die Biker bei der traditionellen Motorradweihe auf den Segen von Pater Günther (kleines Foto). Die Veranstaltung dürfte heuer einen neuen Besucherrekord verzeichnet haben. Fotos: M. Huber

Sonnenschein auf Lack und Chrom

Hunderte von Bikern gestern bei der traditionellen Motorradweihe

Halbing - „Wenn Jesus heute leben würde, dann würde er keinen Esel reiten, sondern Motorrad fahren." Pater Günther war sich gestern bei der Motorradweihe in Halbing, nördlich von Ebersberg, ganz sicher. Hunderte von Bikern waren bei strahlendem Sonnenschein zur inzwischen schon traditionellen Veranstaltung gekommen. Unter den Gästen auch Bürgermeister Walter Brilmayer mit Ehefrau Elfriede. Sie hatten sich per PS-starkem Zweirad zur Weihe abholen lassen. Wer sich gestern die Kennzeichen der Motorräder betrachtete, der konnte eine Reise durch die Republik und das benachbarte Ausland machen. Bis aus Wien waren die Biker angereist. Auch aus dem hohen Norden waren Gäste gekommen. Bereits vor neun Uhr hatten die ersten Besucher ihre Maschinen an der Kapelle geparkt. Schnell füllten sich die umliegenden Straßen. Kinder stiegen aus Beiwägen, Rock-Klassiker tönten aus den Boxen. Die Stimmung war dem Wetter entsprechend. 380 kleine Blumesträuße hatte Mitglieder vom Veranstalterverein „Ebersberger Sauhaufen" am Samstag gebunden. Der kleine Gruß war schnell vergriffen und wurde um die Lenker der Motorräder gewickelt. Erwin Meier, Vorsitzender des „Sauhaufens" , freute sich über die rege Teilnahme. In seiner Ansprache dankte er auch den Bewohnern der Kreisstadt, die der Veranstaltung positiv gegenüber stünden. Seiner Predigt legte Pater Günther das Gleichnis vom Samariter zugrunde. Auch in unserer Gesellschaft sei es üblich, wenn jemand Hilfe bräuchte, möglichst schnell wegzuschauen und vorbei zu gehen. Bei Motorradfahrern habe er das aber nicht erlebt, so Pater Günther. Die machten keinen Bogen um Menschen, die Hilfe benötigten. Den Bikern riet Pater Günther, vorsichtig zu fahren. Gott sei ein älterer Herr und käme ab Tempo 180 nicht mehr mit. Anschließend schlossen sich die Motorradfahrer zu einem Corso zusammen, rollten durch die Ebersberger Innenstadt und trafen sich schließlich an der Kugler Alm zur Feier. Robert Langer

 


zurück